Wir sind eine drei-
bis vierzügige Grundschule. Das denkmalgeschützte
Schulgebäude von 1905 liegt mitten
im Herzen des Stadtteils Sodingen,
eines traditionsverbundenen ehemaligen Bergarbeiterviertels, das rund um
die ehemalige Zeche Mont-Cenis Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden ist.
Nach der Schließung der Zeche und mit dem Bau der Fortbildungsakademie
"Mont-Cenis", die unserer Schule genau gegenüber liegt, hat ein
umfassender Strukturwandel im Stadtteil begonnen. Durch stadtplanerische
Um- und Neugestaltung sind nun Möglichkeiten der Veränderung im Hinblick
auf Verbesserung der Lebensqualität gegeben, wie sie es vorher nicht gab.
Wir, d.h. Kollegium, Kinder und Eltern der Grundschule Max-Wiethoff-Straße,
nehmen aktiv an der Stadtteilerneuerung teil. Im Rahmen des GÖS-Initiativprogramms
unter dem Themenschwerpunkt Umweltbildung sind unsere gemeinsam
entwickelten Pläne zur Umgestaltung des Schulgrundstücks in Kooperation
mit dem Schulträger als förderungswürdig eingestuft, bewilligt und
zwischenzeitlich auch umgesetzt worden. Darüber hinaus sind weitere
Vorhaben zur Schaffung kindgerechter und naturnaher Bereiche auf dem
Schulgrundstück und angrenzender Flächen, unter anderem in
Zusammenarbeit mit dem Team der "Wache", der Kinderanwältin
"Bibi Buntstrumpf" und der Stadt Herne ausführlich geplant und
verwirklicht worden.
Der Anteil türkischer Mitbewohner ist recht hoch. Ein Drittel der Schülerschaft
der GGS Max-Wiethoff-Straße besteht überwiegend aus Kindern türkischstämmiger
Familien. Sprachschwierigkeiten dieser Kinder aus Migrantenfamilien, auch
in der 2. und 3. Generation, stellen nach wie vor eine Problematik dar.
Daher gibt es an unserer Schule schon seit etlichen Jahren in Kooperation
mit der RAA ein halbes Jahr vor Schulbeginn wöchentlich stattfindende
Kurse für diese Kinder als Einschulungshilfe. Sie, und teilweise auch die
Mütter, werden sprachlich und sozialintegrativ auf die Schule
vorbereitet.
Die soziale Schichtung innerhalb der Elternschaft ist von großer
Bandbreite. Durch die Neustrukturierung und Erneuerung des Stadtteils
zogen viele junge Familien mit gesichertem sozialen Hintergrund ins
Schulumfeld. Andererseits ist der Anteil von Kindern aus sozial schwachen
Familien nicht zu übersehen. Desolate Familienstrukturen,
alleinerziehende Mütter und Patchworkfamilien mit wenig gesicherten Einkünften
und relativ hoher Arbeitslosigkeit sind nicht selten als
Bedingungsfaktoren für Erziehungs- und Lernprobleme bei einem Teil der
Kinder anzunehmen.
Ein verlässlicher Teil der Elternschaft unterstützt die Erziehungs- und
Bildungsarbeit an der Schule engagiert und kooperierend. Dies zeigt sich
z. B. bei Projektwochen, Betreuung der Schülerbücherei, Lesestunden und
Mithilfe bei Festen und Feiern. Der Förderverein der GGS
Max-Wiethoff-Straße unterstützt ideell und materiell die Bildungs- und
Erziehungsarbeit schon seit etlichen Jahren.
Schulleitung und
Kollegium der Grundschule Max-Wiethoff-Straße haben in vielen
Konferenzen, Dienstbesprechungen, Einzelgesprächen, Evaluationsmaßnahmen,
gemeinschaftlichen, sowie einzelnen Aktionen einen Weg zur Qualitätssicherung
und -entwicklung angelegt, der maßgeblich bestimmt wird durch die
Verantwortung für die uns anvertrauten Kinder.